SORA 2.5: Sicherheitskonzept und Betriebsgenehmigung für professionelle Drohnenoperationen
Einführung: Die Zukunft der regulierten Drohneneinsätze
Die Drohnentechnologie hat sich von einer Nischentechnologie zu einem unverzichtbaren Werkzeug in zahlreichen Branchen entwickelt – von der Inspektion kritischer Infrastrukturen über die Thermografie bis zur Digitalisierung von Kulturerbe. Doch mit dieser rasanten Entwicklung wächst auch die Notwendigkeit, strenge Sicherheitsstandards zu etablieren und durchzusetzen. Hier setzt die Specific Operations Risk Assessment (SORA) an, eine Methodik, die von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) als akzeptables Konformitätsmittel zur Regulation (EU) 2019/947 anerkannt ist [1].
Mit der Veröffentlichung von SORA 2.5 im September 2025 hat die europäische Luftfahrtbehörde einen bedeutenden Schritt unternommen, um die Sicherheitsanforderungen für Drohnenoperationen zu präzisieren und zu harmonisieren. Diese neue Version stellt einen Paradigmenwechsel dar – weg von qualitativen Schätzungen hin zu quantifizierbaren, wissenschaftlichen Risikomodellen. Für Drohnenpiloten und Betreiber bedeutet dies sowohl Herausforderungen als auch Chancen: Die neuen Anforderungen sind präziser, aber auch anspruchsvoller.
SORA verstehen: Grundlagen der Risikobeurteilung
Bevor wir uns den Veränderungen in SORA 2.5 zuwenden, ist es essentiell, die grundlegende Philosophie dieser Methodik zu verstehen. SORA ist ein strukturiertes Verfahren zur Klassifizierung des Risikos, das von einem Drohnenflug in der Kategorie „Spezifisch" ausgeht [2]. Im Gegensatz zur offenen Kategorie, die für einfache Operationen mit minimalen Risiken gedacht ist, adressiert SORA komplexere Einsätze, die ein höheres Maß an Planung und Dokumentation erfordern.
Das Kernprinzip von SORA besteht darin, dass jede Operation individuell bewertet wird. Der Betreiber muss eine umfassende Risikoanalyse durchführen, die sowohl das Bodenrisiko (Ground Risk Class – GRC) als auch das Luftfahrtrisiko (Air Risk Class – ARC) berücksichtigt. Aus der Kombination dieser beiden Faktoren ergibt sich das Specific Assurance and Integrity Level (SAIL) – ein Maß für die erforderliche Robustheit der Sicherheitsmaßnahmen [3].
Die SORA-Methodik wurde von JARUS (Joint Authorities for Rulemaking on Unmanned Systems) entwickelt, einem Zusammenschluss von Experten aus nationalen Luftfahrtbehörden verschiedener Länder. Diese internationale Zusammenarbeit hat dazu beigetragen, dass SORA heute als Standard in Europa anerkannt ist und zunehmend auch international Anwendung findet.
Der Weg zu SORA 2.5: Warum eine Überarbeitung notwendig war
Die ursprüngliche SORA 2.0 war ein Meilenstein, aber nicht ohne Schwächen. Praktische Erfahrungen aus der Anwendung durch Betreiber und nationale Luftfahrtbehörden offenbarten mehrere Problembereiche:
Unklarheiten in der Interpretation: Die qualitative Natur vieler Bewertungskriterien führte zu unterschiedlichen Interpretationen zwischen verschiedenen Behörden. Ein Betreiber konnte in einem Land eine Genehmigung erhalten, während eine ähnliche Operation in einem anderen Land abgelehnt wurde [4].
Dokumentationslast: Die Anforderungen an die Dokumentation waren oft mehrdeutig, was zu wiederholten Nachfragen von Behörden und zeitraubenden Überarbeitungen führte.
Fehlende Proportionalität: Kleine, leichte Drohnen wurden oft mit den gleichen strengen Anforderungen behandelt wie große, schwere Systeme, obwohl das Risiko fundamental unterschiedlich war.
Unzureichende Sicherheitsintegration: Besonders die Behandlung von Notfallmaßnahmen war nicht optimal strukturiert, was zu Lücken in den Sicherheitskonzepten führte.
Mit SORA 2.5 hat EASA diese Erkenntnisse aufgegriffen und eine grundlegende Überarbeitung durchgeführt. Das Ziel: eine präzisere, objektivere und harmonisierte Methodik, die gleichzeitig praktikabel bleibt [5].
Die Quantitative Revolution: Risikobeurteilung neu definiert
Die bedeutendste Veränderung in SORA 2.5 ist der Übergang von einer qualitativen zu einer quantitativen Risikobeurteilung. Dies ist nicht nur eine Verbesserung – es ist ein Paradigmenwechsel [6].
Von Schätzungen zu Berechnungen
In SORA 2.0 basierte die Bestimmung der Bodenrisikoclasse stark auf subjektiven Einschätzungen der Bevölkerungsdichte und der Drohneneigenschaften. SORA 2.5 führt hingegen präzise mathematische Formeln ein, die in Annex F der Methodik definiert sind. Diese Formeln berücksichtigen:
- Die kritische Fläche der Drohne (berechnet aus maximaler Dimension und kinetischer Energie)
- Die exakte Bevölkerungsdichte (Personen pro Quadratkilometer) des Operationsgebiets
- Die Fluggeschwindigkeit und andere operative Parameter
EASA hat sogar ein Critical Area Assessment Tool (CAAT) entwickelt, das Betreibern ermöglicht, ihre spezifischen Drohneneigenschaften zu analysieren und potenziell eine niedrigere Risikoclassifizierung zu erreichen, wenn die tatsächlichen Daten dies rechtfertigen [7].
Automatische Klassifizierung für kleine Systeme
Ein wichtiger Aspekt der Proportionalität ist die automatische Klassifizierung kleiner Drohnen. Drohnen mit einem Gewicht von ≤250 Gramm und einer maximalen Reisegeschwindigkeit von ≤25 m/s werden automatisch in die niedrigste Bodenrisikoclasse (GRC 1) eingeordnet [8]. Dies bedeutet, dass solche Systeme von vielen der strengeren Anforderungen befreit sind, was die Genehmigungsprozesse erheblich vereinfacht.
Auch Drohnen bis 900 Gramm bei niedrigeren Geschwindigkeiten profitieren von gelockerten Anforderungen an Mitigationsmaßnahmen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Strukturelle Veränderungen: Von 11 zu 10 Schritten
SORA 2.5 hat den Genehmigungsprozess von 11 auf 10 Schritte reduziert und gleichzeitig logisch reorganisiert [9]. Diese Umstrukturierung ist nicht bloß eine Vereinfachung – sie spiegelt ein tieferes Verständnis wider, wie Risiken in Drohnenoperationen entstehen und mitigiert werden können.
Die zwei Phasen der Genehmigung
Ein innovatives Element ist die explizite Aufteilung in zwei Phasen:
Phase 1 – Risikobeurteilung: Der Betreiber reicht zunächst eine grundlegende Risikoanalyse ein, in der die Operationsparameter, das identifizierte SAIL-Level und die geplanten Mitigationsmaßnahmen dargelegt werden. Dies ermöglicht es der Behörde, die Annahmen zu validieren, bevor der Betreiber in die umfangreiche Dokumentation der vollständigen Sicherheitsmaßnahmen investiert.
Phase 2 – Sicherheitsfall: Nach Validierung der Phase 1 reicht der Betreiber die vollständige Comprehensive Safety Portfolio (CSP) ein, die detaillierte Nachweise für die Einhaltung aller Operational Safety Objectives (OSOs) enthält.
Diese Aufteilung reduziert das Risiko von Rückweisungen nach umfangreicher Arbeit erheblich und beschleunigt den Genehmigungsprozess.
Eindämmung im Fokus
Ein weiteres strukturelles Merkmal ist die Vorverlagerung der Eindämmungsanforderungen (Containment Requirements) auf Schritt 8, vor der Festlegung der Operational Safety Objectives in Schritt 9. Dies ist strategisch sinnvoll: Containment – die Maßnahmen zur Begrenzung der Folgen eines Drohnenfehlers – muss definiert sein, bevor die spezifischen Sicherheitsziele festgelegt werden [10].
Die Eindämmung wird nun in drei Stufen strukturiert: Low, Medium und High, basierend auf Faktoren wie maximale Drohnengröße, Geschwindigkeit, Bevölkerungsdichte der angrenzenden Bereiche und dem SAIL-Level.
Mitigationen neu gedacht: Die kritische Rolle der Notfallplanung
Eine der kontroversesten und gleichzeitig wichtigsten Veränderungen in SORA 2.5 betrifft die Behandlung von Mitigationsmaßnahmen, insbesondere der Emergency Response Plan (ERP).
Die Umstrukturierung der M1-Mitigationen
Die Bodenrisikomitigation (M1) wurde in SORA 2.5 in drei klar definierte Kategorien unterteilt [11]:
- M1A (Sheltering): Reduzierung des Risikos durch Flüge über Personen in Strukturen oder geschützten Fahrzeugen
- M1B (Operational Restrictions): Risikoreduktion durch Begrenzung des Operationsvolumens auf kontrollierte Bodenbereiche
- M1C (Ground Observation): Einsatz von visuellen Beobachtern zur Freigabe des Flugbereichs
Diese Aufteilung bringt Klarheit in ein Gebiet, das in SORA 2.0 häufig zu Missverständnissen führte.
Der ERP-Paradigmenwechsel: Von optional zu obligatorisch
Die bedeutsamste Änderung ist jedoch die Neubewertung des Emergency Response Plans. In SORA 2.0 war der ERP eine optionale Mitigationsmaßnahme (M3), die verwendet werden konnte, um die endgültige Risikoclassifizierung zu senken. In SORA 2.5 wurde dies fundamental geändert [12]:
Der ERP ist nicht länger eine Mitigationsmaßnahme, die zur Risikovermeidung beiträgt. Stattdessen ist er nun ein integraler Bestandteil der Operational Safety Objectives (speziell OSO #01) und damit eine obligatorische Anforderung für jede Operation, unabhängig vom SAIL-Level.
Dies bedeutet, dass ein validierter, wirksamer Notfallplan nicht optional ist – er ist eine Grundvoraussetzung für jede Betriebsgenehmigung. Für Betreiber bedeutet dies, dass sie in zuverlässige Systeme zur Flugbeendigung (Flight Termination Systems – FTS) und Absturzsicherheit investieren müssen, die nahtlos in das Flugkontrollsystem integriert sind [13].
Operational Safety Objectives: Klarer, präziser, verantwortlicher
Die Operational Safety Objectives (OSOs) sind das Herzstück des SORA-Sicherheitskonzepts. Sie definieren, welche spezifischen Sicherheitsanforderungen erfüllt sein müssen, um eine Operation sicher durchzuführen.
Reduzierung und Klarheit
SORA 2.5 hat die Anzahl der OSOs von 24 auf 17 reduziert, indem redundante Anforderungen zusammengefasst wurden [14]. Dies ist nicht nur eine Vereinfachung – es verbessert die Klarheit und reduziert Verwirrung bei der Interpretation.
Ein weiterer wichtiger Schritt ist die Ersetzung des Begriffs "Optional" durch "Not Required (NR)". Dies vermeidet die Missinterpretation, dass "optional" bedeutet, dass etwas ignoriert werden kann. Stattdessen wird klar kommuniziert, dass bestimmte OSOs für eine spezifische Operation nicht zutreffend sind.
Klare Verantwortlichkeiten
Jedes OSO in SORA 2.5 gibt nun explizit an, wer verantwortlich ist: der Betreiber, der Hersteller oder der Schulungsanbieter. Dies schafft Transparenz und verhindert, dass Verantwortlichkeiten zwischen den Parteien "durchrutschen" [15].
Die Comprehensive Safety Portfolio: Vollständigkeit und Transparenz
Die Comprehensive Safety Portfolio (CSP) ist das Dokument, das alle Aspekte des Sicherheitskonzepts zusammenbringt. In SORA 2.5 ist die CSP robuster und umfassender strukturiert [16].
Ein besonders wichtiger Aspekt ist die explizite Anforderung, dass externe Dienstleister – etwa U-Space-Anbieter – durch Service Level Agreements (SLAs) in die Sicherheitsfall integriert werden müssen. Dies stellt sicher, dass die gesamte Verantwortungskette transparent ist und dass externe Abhängigkeiten nicht zu Sicherheitslücken führen.
Implementierung und Übergangszeiträume
SORA 2.5 ist seit dem 29. September 2025 offiziell gültig und wurde durch die ED Decision 2025/018/R der EASA verabschiedet [17]. Allerdings haben die Mitgliedstaaten die Möglichkeit, Übergangszeiträume zu etablieren.
In Spanien beispielsweise akzeptiert die nationale Luftfahrtbehörde AESA Anträge nach SORA 2.0 noch bis zum 17. November 2025. Genehmigungen, die während dieser Übergangszeit nach SORA 2.0 erteilt werden, haben eine maximale Gültigkeitsdauer von einem Jahr [18].
Für Betreiber bedeutet dies: Es ist ratsam, sich frühzeitig mit den neuen Anforderungen vertraut zu machen und Genehmigungsanträge strategisch zu planen, um von den Übergangszeiträumen optimal zu profitieren.
Praktische Implikationen für Drohnenbetreiber
Die Veränderungen in SORA 2.5 haben konkrete Auswirkungen auf die tägliche Arbeit von Drohnenbetreibern:
Dokumentation und Planung: Die neuen Anforderungen erfordern präzisere Operationsplanung und detailliertere Dokumentation. Betreiber müssen ihre Operationen quantitativ analysieren können, nicht nur qualitativ beschreiben. Dies bedeutet, dass die bisherige Praxis, sich auf allgemeine Beschreibungen zu verlassen, nicht mehr ausreichend ist. Stattdessen müssen Betreiber konkrete Daten über Bevölkerungsdichte, Drohneneigenschaften und operative Parameter bereitstellen. Die Verwendung von standardisierten Templates aus Annex A der SORA 2.5 Dokumentation wird dabei zum Standard [21].
Technische Anforderungen: Die Anforderungen an Flight Termination Systems und Crashworthiness sind strenger geworden. Betreiber müssen in zuverlässige Systeme investieren, die diese Anforderungen erfüllen. Besonders die Integration von FTS mit dem Flugkontrollsystem ist kritisch. Ein FTS, das nicht nahtlos mit der Flugkontrolle integriert ist, wird nicht als ausreichende Mitigation anerkannt. Dies hat Auswirkungen auf die Auswahl von Drohnen und Autopilot-Systemen – Systeme mit hoher Integrität und verifizierten Zuverlässigkeitsdaten werden bevorzugt [22].
Training und Kompetenz: Mit der Komplexität der neuen Anforderungen wächst auch der Bedarf an spezialisiertem Training. Betreiber müssen sicherstellen, dass ihr Personal die neuen Anforderungen versteht und korrekt umsetzen kann. Dies umfasst nicht nur Drohnenpiloten, sondern auch Ingenieure, die die Sicherheitsfälle entwickeln, und Manager, die die Genehmigungsprozesse koordinieren. Spezialisierte Schulungen zu SORA 2.5 sind daher eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Behördenkoordination: Die Zusammenarbeit mit nationalen Luftfahrtbehörden wird durch die klarere Struktur von SORA 2.5 erleichtert, aber Betreiber müssen dennoch proaktiv kommunizieren und ihre Annahmen validieren. Die Zwei-Phasen-Genehmigung bietet hier eine Chance: Betreiber können in Phase 1 ihre Risikoanalyse und ihre Annahmen mit der Behörde abstimmen, bevor sie in Phase 2 die vollständige Dokumentation erstellen. Dies reduziert das Risiko von Rückweisungen erheblich.
Detaillierte Analyse der Bodenrisiko-Berechnung
Ein Bereich, der besondere Aufmerksamkeit verdient, ist die neue quantitative Methode zur Berechnung des Bodenrisikos. Dies ist das Herzstück von SORA 2.5 und erfordert ein tiefes Verständnis [23].
Die Bodenrisikoclasse wird durch eine Formel bestimmt, die mehrere Faktoren berücksichtigt. Die kritische Fläche einer Drohne ist dabei zentral – sie wird berechnet basierend auf den maximalen Abmessungen und der kinetischen Energie der Drohne. Eine Drohne mit größeren Abmessungen oder höherer Geschwindigkeit hat eine größere kritische Fläche und damit ein höheres Bodenrisiko.
Die Bevölkerungsdichte ist der zweite kritische Faktor. SORA 2.5 unterscheidet zwischen verschiedenen Bevölkerungsdichteklassen, von sehr dünn besiedelten Gebieten bis zu dicht besiedelten urbanen Zentren. Betreiber müssen die genaue Bevölkerungsdichte ihres Operationsgebiets ermitteln – dies kann durch offizielle Statistiken, Kartendaten oder spezialisierte Tools erfolgen.
Das EASA Critical Area Assessment Tool ermöglicht es Betreibern, ihre spezifischen Drohneneigenschaften zu analysieren. Wenn ein Betreiber beispielsweise nachweisen kann, dass seine Drohne durch spezielle Konstruktion eine kleinere kritische Fläche hat als die Standardannahmen, kann dies zu einer niedrigeren Risikoclassifizierung führen. Dies bietet einen Anreiz für Hersteller, sicherere Systeme zu entwickeln [24].
Sicherheitskultur und kontinuierliche Verbesserung
Über die technischen Anforderungen hinaus fördert SORA 2.5 eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung und des Sicherheitsbewusstseins. Die Anforderung, dass ein wirksamer Emergency Response Plan für jede Operation obligatorisch ist, unterstreicht, dass Sicherheit nicht optional ist – sie ist fundamental.
Professionelle Betreiber sollten diese Anforderung nicht als bloße Compliance-Last sehen, sondern als Gelegenheit, ihre Sicherheitskultur zu stärken. Ein robustes ERP, das regelmäßig überprüft und aktualisiert wird, ist nicht nur eine behördliche Anforderung – es ist ein Zeichen von Professionalität und Verantwortung gegenüber Kunden und der Öffentlichkeit.
Darüber hinaus fördert die transparente Struktur von SORA 2.5, mit ihren klaren Verantwortlichkeiten und expliziten Anforderungen, eine offene Kommunikation zwischen Betreibern, Herstellern, Behörden und anderen Stakeholdern. Dies trägt zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Sicherheitsstandards bei [25].
Vergleichstabelle: SORA 2.0 vs. SORA 2.5
| Aspekt | SORA 2.0 | SORA 2.5 |
|---|---|---|
| Risikobeurteilung | Qualitativ | Quantitativ |
| Anzahl der Schritte | 11 | 10 |
| Bodenrisiko-Berechnung | Subjektiv | Mathematische Formeln (Annex F) |
| ERP-Status | Optionale Mitigation (M3) | Obligatorisches OSO (#01) |
| Operational Safety Objectives | 24 | 17 |
| Genehmigungsphasen | Einstufig | Zweistufig |
| Kleine Drohnen (≤250g) | Normale Anforderungen | Automatisch GRC 1 |
| Eindämmung | Nach OSOs | Vor OSOs (Schritt 8) |
| Externe Dienstleister | Nicht explizit adressiert | Über SLAs integriert |
| Harmonisierung | Begrenzt | Verbessert |
Vorteile und Chancen der neuen Methodik
Trotz der erhöhten Anforderungen bietet SORA 2.5 erhebliche Vorteile [19]:
Objektivität: Die quantitative Methodik reduziert Subjektivität und führt zu konsistenteren Entscheidungen zwischen verschiedenen Behörden.
Proportionalität: Kleine, sichere Systeme werden nicht länger mit den gleichen Anforderungen wie große, komplexe Systeme behandelt.
Transparenz: Die klare Struktur und die expliziten Verantwortlichkeiten schaffen Transparenz für alle Beteiligten.
Effizienz: Die Zwei-Phasen-Genehmigung und die reduzierten OSOs können zu schnelleren Genehmigungsprozessen führen.
Harmonisierung: Die einheitliche Methodik fördert die Harmonisierung zwischen EU-Mitgliedstaaten und reduziert regulatorische Fragmentierung.
Ausblick: SORA 3.0 und die Zukunft
Während SORA 2.5 einen großen Schritt nach vorne darstellt, ist es nicht das Ende der Entwicklung. EASA plant bereits die nächste Version: SORA 3.0, die für etwa 2027 erwartet wird [20].
Ein Hauptfokus von SORA 3.0 wird die Entwicklung eines quantitativen Luftfahrtrisiko-Modells sein. Während SORA 2.5 das Bodenrisiko quantifiziert hat, bleibt das Luftfahrtrisiko noch weitgehend qualitativ. Eine Quantifizierung würde die Methodik noch objektiver und präziser machen.
Darüber hinaus wird SORA 3.0 wahrscheinlich weitere Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung von SORA 2.5 integrieren und möglicherweise neue Anforderungen für aufstrebende Technologien wie autonome Flugverkehrsmanagementsysteme (U-Space) einführen.
Fazit: Ein neuer Standard für sichere Drohnenoperationen
SORA 2.5 markiert einen Wendepunkt in der Regulierung von Drohnenoperationen in Europa. Mit seinem Übergang zu quantitativen Risikomodellen, der Klärung von Verantwortlichkeiten und der Priorisierung von Notfallplanung schafft die neue Methodik ein robusteres Sicherheitsframework.
Für Drohnenbetreiber wie AerIQ, die professionelle Dienstleistungen in komplexen Bereichen wie der Digitalisierung von Kulturerbe, der Thermografie und der Industrieinspektionen erbringen, bedeutet SORA 2.5 sowohl Herausforderung als auch Chance. Die erhöhten Anforderungen unterstreichen die Notwendigkeit von Professionalität, technischer Kompetenz und rigoroser Planung – genau die Werte, die professionelle Betreiber auszeichnen.
Mit einem klaren Verständnis der neuen Anforderungen und einer proaktiven Anpassung können Betreiber nicht nur die Compliance-Anforderungen erfüllen, sondern auch ihre Sicherheitskultur stärken und das Vertrauen ihrer Kunden und der Öffentlichkeit in Drohnentechnologie erhöhen.
Haben Sie Fragen zu unseren Dienstleistungen?
Unser Team steht Ihnen gerne für ein unverbindliches Beratungsgespräch zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns und erfahren Sie, wie wir Ihr Projekt mit modernster Drohnentechnologie unterstützen können.